Wenn der Handwerker einen Schaden verursacht….

… dann sollte es auch das Problem des Handwerkers sein, dafür gerade zu stehen. Ein solcher Fall, indem durch einen Handwerker ein erheblicher Brandschaden entstand, ist jetzt auf dem Weg zum Bundesgerichtshof. Was war geschehen?

Wer haftet für Folgeschäden des Handwerkers?

Ein Ehepaar hatte einen Dachdecker engagiert, um das Dach ausbessern zu lassen. Während er mit Heißklebearbeiten beschäftigt ist, entsteht unbemerkt ein Glutnest. Erst später bemerken die Eheleute, dass Flammen aus dem Dach schlagen. Die herbeigerufene Feuerwehr kann das Feuer nicht mehr unter Kontrolle bringen, das Haus brennt ab. Das Nachbarhaus wird durch das Feuer ebenfalls beschädigt. Der Schaden am Nachbarhaus wird von der Versicherung der Eigentümerin erstattet.

Allerdings will der Versicherer die geleistete Summe in Höhe von 97.800 Euro nun von dem Handwerker zurückerstattet haben. Dieser verfügt allerdings nicht über die notwendigen Mittel. Die Folge ist die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über den Dachdecker.
Der Versicherer will nun die Eheleute in den Regress nehmen, die den Handwerker beauftragt hatten. Sie sehen in der Auftragsvergabe den Auslöser für den Schaden.

Der Fall landet vor dem Landgericht Magdeburg. Die Richter dort weisen die Klage der Versicherungsgesellschaft allerdings ab (Aktenzeichen 10 O 1082/13). Die Versicherungsgesellschaft gibt jedoch nicht auf und zieht vor das Oberlandesgericht Naumburg (Aktenzeichen 4 U 52/15). Aber auch hier blitzte das Versicherungsunternehmen ab. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass die „sorgfältige Auswahl des Handwerkers“ der Pflicht der genüge, das Risiko eines Brandschadens auszuschließen.
Der Versicherer hat Einspruch eingelegt und will nun vor dem Bundesgerichtshof in die Revision gehen.

Wie sieht es mit dem Versicherungsschutz der Beklagten aus?

Zunächst einmal stellt sich natürlich die Frage, weshalb der Handwerker keine Haftpflichtversicherung hatte, die den Schaden regulierte. Eine andere Frage lautet, wie verhält es sich, wenn der BGH in letzter Instanz der Versicherung Recht gibt und die Eheleute zur Zahlung verurteilt?

Jeder Hausbesitzer sollte eine Haus- und Grunbesitzerhaftpflichtversicherung besitzen. Die Gefahren, die von einem Gebäude ausgehen, beschränken sich nicht auf Tätigkeiten durch Handwerker, sondern können viel banalere Gründe haben. Der Sturm reißt ein Dachziegel heraus, der auf ein Auto oder einen Passanten fällt. Der Hausbesitzer ist im Regress. Der Bürgersteig vor dem Haus ist nicht den gesetzlichen Vorgaben vom Schnee befreit, ein Fußgänger rutscht aus, stürzt und verletzt sich. Der Hausbesitzer ist im Regress.

Es gibt allerdings keinen Grund, auf eine Hausbesitzerhaftpflicht aus Kostengründen zu verzichten. Zeitgemäße private Haftpflichtversicherungen schließen diesen Schutz ohne Mehrprämie bereits mit ein. Viele Versicherer dehnen den Schutz sogar auf fremd vermietete Wohneinheiten aus. Je nach Gesellschaft bewegt sich die Zahl zwischen einer und drei vermieteten Wohnungen. Viele Häuser werden mit Öl geheizt. Die Hausbesitzerhaftpflichtversicherung schließt auch Schäden durch oberirdische Öltanks mit ein. Allerdings gibt es in diesem Fall gravierende Unterschiede hinsichtlich des ohne Mehrbeitrags versicherten Fassungsvermögens des Tanks.

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Daniel Steinberger

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