Nachbarschaftshilfe – Achtung: Gefälligkeitsschäden

Wer hilft nicht mal beim netten Nachbarn oder Freund aus, wenn es darum geht, z.B. dessen Blumen zu gießen oder nach den Katzen zu sehen, wenn dieser im Urlaub ist.
Doch Vorsicht: Für Schäden, die bei Ausübung eines solchen Gefälligkeitsschadens passieren leisten viele alte private Haftpflichtversicherungen nicht.

Dem Nachbarn helfen? Ja, aber mit richtiger Haftpflicht-Absicherung

12.000 Euro Schaden beim “Garten bewässern”

In einem Urteil (AZ VI ZR 467/15) entschied der Bundesgerichtshof zu Gunsten eines Wohngebäudeversicherers, der einen Nachbarn in Regreß nehmen wollte.
Was war passiert?
Dieser Nachbar bewässerte “aus Gefälligkeit” den Garten des Versicherungsnehmes mit einem Wasserschlauch, während dieser auf Kur war. Leider vergaß er den Wasserhahn nach Beendigung der Garten-Bewässerung abzudrehen, was zu einer Überflutung des Kellers und dadurch zu einem Schaden von 12000 Euro durch den Wasserverlust und Schäden am Gebäude führte.
Die Wohngebäudeversicherung kam zunächst für den Schaden auf, nahm dann aber den schadenverursachenden Nachbarn in Regreß und gewann diesen Prozess auch vor dem Bundesgerichtshof.
Der Schadenverursacher besaß zwar eine private Haftpflichtversicherung, diese leistete allerdings nicht für Schäden, die bei einer aus Gefälligkeit durchgeführten Tätigkeit entstehen.
So das Motiv aus Gefälligkeit einem anderen zu helfen auch sein mag, sie nimmt einen bei Schäden, die bei einer solchen Tätigkeit anfallen, nicht aus der Haftung.

In einem anderen Urteil, bei dem ein Schaden während des “Blumengießens beim Nachbarn” entstand, kam das Oberlandesgericht Hamm zu einem ähnlichen Ergebnis, auch dort war der aus Gefälligkeit helfende Nachbar für den verursachten Schaden haftbar zu machen.

Haftpflichtversicherung mit Verzicht auf Gefälligkeitsklausel

Heutztage verzichten moderne Haftpflichtversicherung-Policen auf den Leistungsausschluss für “Gefälligeitsschäden”. Zumindest, sofern man einen Tarif wählt, der ein wenig über den Basisschutz hinausgeht.

Folgende wichtige Einschlüsse sollte Ihr Privathaftplficht-Tarif also mindestens beinhalten:

  • Leistung auch bei Gefälligkeitsschäden
  • Forderungsausfalldeckung
  • Allmählichkeitsschäden
  • Versicherungsschutz für geliehene, gemietete Sachen
  • Mind. 5 Millionen EUR Deckung für Personen- und Sachschäden
  • Mind. 1 Million EUR Deckung bei Vermögensschäden

Es gibt noch einige weitere Leistungen, die je nach Lebens-Situation und Bedarf ebenfalls nicht fehlen sollten, es handelt sich bei dieser Aufzählung also nicht um eine abgeschlossene Pauschalempfehlung für jeden.

Überprüfen Sie daher Ihre bestehende Police auf diese Mindestanforderungen und wechseln Sie den Tarif, falls nötig. Dies funktioniert bequem und schnell auch online. Oft lässt sich dabei sogar noch bis zu 40 Euro im Jahr an Prämie sparen. Gute private Hafpflichversicherungen, die alle wichtigen Anforderungen erfüllen kosten in der Regel für die gesamte Familie nicht mehr als 75-90 Euro pro Jahr und für Singles um die 55-70 Euro, je nach Anbieter und gewünschten Zusatzdeckungen.

Wir beraten Sie gern!

Daniel Steinberger

Kostenlose Hotline

040 / 2110766-0

(Mo.-Fr. 09:00 – 19:00)

Ausgezeichnet.org