Hebammen-Haftpflichtversicherung

Belastung für Haftpflichtversicherung bleibt moderat

Die Diskussion um die Berufs-Haftpflichtversicherung für freiberuflich tätige Hebammen hatte die Gemüter, nicht nur bei der betroffenen Berufsgruppe, sondern auch in der Politik und den in zweiter Linie Betroffenen, angehenden Eltern massiv erhitzt. Die seitens der Versicherungswirtschaft geplante Prämienanpassung dieser berufsständischen Pflichtversicherung hätte zu einem Aussterben des Berufs der Hebamme geführt.

Prämie bleibt fast konstant

Der Beitrag für die Haftpflichtversicherung einer Hebamme beträgt rund 6.000 Euro jährlich, betrifft aber nur die Hebammen, die auch geburtshilflich tätig sind. Zum Vergleich: Im Jahr 2004 betrug die Prämie für den gleichen Versicherungsschutz noch 1.352 Euro. Grund für den enormen Anstieg ist das Risiko, welches bei der Geburtshilfe mit hineinspielt. Dabei ist nicht die Zahl der Schadensfälle gestiegen, sondern die Behandlungskosten nach einem Schadensfall. Die Durchschnittskosten, welche aus Geburtsfehlern resultieren, liegen bei rund 2,3 Millionen Euro, so der VKB-Sprecher. Bei der VKB handelt es sich um die Versicherungskammer Bayern, unter deren Führung ein Konsortium jetzt eine neue Haftpflichtversicherung für Hebammen aufgelegt hat, welches allen 18.500 Mitgliedern im Verband offen steht. Mit in diesem Konsortium aktiv sind die

• Allianz
• R+V Versicherung
• DeBeKa
• Ergo
• Württembergische

Moderate Anstiege in den kommenden Jahren

Da sich immer mehr Versicherer aus diesem Markt zurückgezogen hatten, blieben die Risiken gebündelt bei den wenigen verbliebenen Anbietern. Dies führte zu der Kostensteigerung bei den Prämien, die ein selbstständiges Weiterarbeiten in diesem Beruf fast unmöglich gemacht hätte. Die Neuregelung unter Führung der VKB greift ab dem 1. Juli 2016. Das Konsortium hat aber bereits angekündigt, dass eine weitere Prämienerhöhung bereits beschlossen ist. So steigt die Prämie im Jahr 2017 um weitere elf Prozent. Welches Gewicht das Thema Haftpflichtversicherung für freie Hebammen hat, belegen die Zahlen des Portals ausbildung.de. Der Stundensatz einer freiberuflich tätigen Hebamme läuft netto bei rund 7,50 Euro, also unter dem Mindestlohn aus. Seit dem Jahr 2010 ist die Zahl der Hebammen um 20 Prozent gesunken.

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