Die Privathaftpflichtversicherung – das Kleingedruckte macht den qualitativen Unterschied

Versicherungsvergleiche im Internet sind eine ganz feine Sache. Mit wenigen Klicks sieht der Verbraucher, welche Gesellschaft und welcher Tarif der billigste ist. Die Versicherer sind doch sowieso alle gleich. Dieser Denkfehler bei der Auswahl einer privaten Haftpflichtversicherung kann den Versicherungsnehmer jedoch teuer zu stehen kommen.

Die Bandbreite der versicherten Schadensfälle wurde in den letzten Jahren um zahlreiche Besonderheiten erweitert. Diese Erweiterungen schlagen sich zwar auch in der Prämie nieder, die Abstände zwischen einem guten, etwas teureren Angebot und einer Grundabsicherung sind im Vergleich zum Mehrwert marginal. Wir wollen in diesem Beitrag die wichtigsten Einschlüsse, die einen guten Vertrag ausmachen, vorstellen.

Selbst die besten PHV-Tarife am Markt sind bezahlbar

Schäden bei Deliktunfähigkeit

Greift der dreijährige Sprössling zu einem Stein und zieht diesen über den Lack des Autos vom Nachbarn, sind die Eltern aufgrund der Deliktunfähigkeit des Kindes nicht im Regress. Vor dem Hintergrund des nachbarschaftlichen Friedens würden sie Reparatur allerdings selbst bezahlen, sollte die Haftpflicht diesen Einschluss nicht aufweisen. Deliktunfähigkeit greift übrigens nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Demenzkranken.

Forderungsausfalldeckung

Angenommen, ein Radfahrer fährt Sie um und verletzt Sie. Die Verletzung ist mit Kosten für Sie verbunden, ein Schmerzensgeld steht Ihnen ebenfalls zu. Da der Radfahrer weder Geld noch eine Haftpflichtversicherung hat, gehen Sie jedoch leer aus. Bietet Ihre private Haftpflichtversicherung eine Forderungsausfalldeckung, übernimmt diese die Regressforderung gegen den Verursacher. Voraussetzung ist, dass ein gerichtlich festgesetzter Anspruch besteht. Je nach Gesellschaft gibt es jedoch Untergrenzen bei der Schadenshöhe.
Gefälligkeitsschäden
Angenommen, Sie helfen einem Freund beim Umzug. Ihnen rutscht der Fernseher des Freundes aus der Hand, die Schadenshöhe beläuft sich auf 5.000 Euro. Altverträge und Billigpolicen verweisen darauf, dass Ihr Freund die Verantwortung dafür trägt, wenn Sie ihm helfen, er also selbst für den Schaden verantwortlich ist. Bietet ihre Haftpflichtpolice jedoch die Deckungserweiterung für Gefälligkeitsschäden an, übernimmt sie den Schaden.

Surfboard

Ein Tarif, der die Nutzung eines Surfboards einschließt, kommt für Sie nicht infrage, Sie surfen nicht. Im Urlaub kommt ihre 17jährige Tochter, die nie zuvor surfte, auf die Idee, sich ein Board zu leihen. Sie kollidiert mit einem Schwimmer, verletzt diesen. Neben Schmerzensgeld kommt auch die Krankenkasse des Verletzten auf Sie zu und fordert die Erstattung der Behandlungskosten von Ihnen. In kürzester Zeit haben die Kosten für eine Jugendfreizeit das Volumen einer Eigentumswohnung erreicht. Gleiches gilt übrigens auch bei der Frage, ob der Einschluss eines Segelbootes bis zu 15qm Segelfläche sinnvoll ist.

Beschädigung an geliehenen oder gemieteten beweglichen Sachen

Der Einschluss der Mieterhaftpflicht beschränkte sich bislang auf Schäden an der Mietwohnung. Gute Policen bieten heute auch den Einschluss für Schäden an beweglichen Dingen, die Sie geliehen oder gemietet haben. Dabei kann es sich um die Digitalkamera des Nachbarn handeln oder um die Motorfräse aus dem Baumarkt.

Die Liste der Einschlüsse bei guten Versicherungen ist lang. Grobe Fahrlässigkeit im Rahmen der Forderungsausfalldeckung sollte ebenso Bestandteil sein, wie der Versicherungsschutz für oberirdische Öltanks für den Besitzer eines Einfamilienhauses.
Für Verbraucherschützer stellt die Versicherungsprämie häufig eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des Vertrages dar. Geiz ist jedoch in dem Moment nicht mehr geil, wenn der Versicherungsnehmer nach einem Schaden ohne Versicherungsschutz da steht – wegen fünf Euro Preisunterschied im Jahr.

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Daniel Steinberger

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