Häufige Fragen zu Haftpflichtversicherung

Wozu eine Privathaftpflichtversicherung?

Eine Privathaftpflichtversicherung stellt für Verbraucher die wichtigste Versicherung dar. Diese Versicherung stellt die versicherte Person(en) vor Schadenersatzansprüchen Dritter frei und wehrt, falls notwendig, unberechtigte Forderungen ab. Fügt man einem Dritten verschuldet einen Schaden zu, so haftet man für die Wiedergutmachung mit seinem gesamten Vermögen.

Welche Schäden sind in der Privathaftpflicht versichert?

Die Privathaftpflichtversicherung deckt Personen- , Sach- und Vermögensschäden bis zur vereinbarten Versicherungssumme ab. Dabei können für bestimmte Ereignisse wie z.B. Schäden an geliehenen, gemietete oder gepachteten Gegenständen besondere Limits gelten.

Wer ist in der Privathaftpflicht versichert?

Die Privathaftpflichtversicherung umfasst den Versicherungsnehmer, Ehegatte oder gegebenenfalls seinen im Versicherungsschein namentlich genannten Lebenspartner und Kinder. Volljährige Kinder sind jedoch nur dann versichert, wenn sie sich noch in einer Schul- oder sich unmittelbar anschließenden Berufsausbildung befinden.

Braucht man als Immobilienbesitzer eine Haftpflichtversicherung?

Ja, als Immobilienbesitzer unterliegt man der Gefährdungshaftung gemäß § 836 BGB benötigt man eine dafür geeignete Haftpflichtversicherung. Je nach Bedarfssituation muß neben der Privathaftpflichtversicherung gegebenenfalls eine Haus-und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

Eine separate Haus-und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung / Vermieterhaftpflichtversicherung müssen Sie abschließen, wenn:

  • sich mehrere Einfamilienhäuser im Besitz befinden
  • mehr als 3 Räume im Eigenheim vermietet oder eine Wohnung vermietet werden
  • unbebautes Grundstück verhanden ist.

Ferner brauchen Immobilienbesitzer eine separate Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung, wenn sich auf ihrem Grundstück Heilöltanks befinden, die mehr als 5000 Liter umfassen bzw. obererdisch sind. Genaue Informationen zur Mitversicherung von Heizöltanks im Rahmen der Privathaftpflichtversicherung erhalten Sie in unserem Vergleich für Privathaftpflichtversicherungen

Wie versichert man sich als Hundebesitzer?

Gemäß § 833 BGB haften Tierhalter für Schäden, die diese Dritten zufügen (Gefährdungshaftung). Sofern bereits eine private Haftpflichtversicherung besteht, so ist das neue Tier bis zur Aufforderung durch den Versicherer, dies kann auch mit der Beitragsrechnung erfolgen, mitversichert. Mit der Meldung des neu hinzugekommenen Risikos wird eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung abgeschlossen.

Was bedeutet Forderungsausfalldeckung?

Ist man selbst Geschädigter ergeben sich natürlich genauso Schadenersatzansprüche gegen den Schädiger wie andersherum. Nun kann es jedoch sein, dass der Schädiger weder eine Haftpflichtversicherung besitzt, noch über Vermögen oder er ist nicht willens den Schaden aus eigener Tasche zu regulieren. In diesem Fall sollte man unbedingt eine Haftpflichtversicherung mit Forderungsausfalldeckung besitzen. Denn dann sorgt die eigene Haftpflichtversicherung dafür, dass der entstandene Schaden reguliert wird und wird zudem versuchen den zahlungsunwilligen Schädiger in Regress zu nehmen.
Der Einschluss der Forderungsaudfalldeckung sollte in einer Privaten Haftpflichtversicherung nicht fehlen.

Was bedeutet Gefälligkeitsschaden?

Nur wenn Gefälligkeitsschäden in der Haftpflichtversicherung mitversichert sind, sind Schäden, die bei einer Tätigkeit geschehen, die dazu dient einem anderen (z.B. Freund, Verwandten) unentgeltlich zu helfen. Das könnten beispielsweise Schäden wie das Fallenlassen bei Transport der Stereoanlage beim Umzug eines Freundes sein. Normalerweise sind derartige Schäden nicht mitversichert. In guten Haftpflichtversicherung Tarifen hingegen schon.

Bis zu welchem Alter sind Kinder deliktunfähig?

Bis zur Vollendung des 7. Lebensjahres sind Kinder deliktunfähig und demnach für Schäden, die sie verursachen, nicht haftbar zu machen. Auch die Eltern haften für Kleinkinder nur dann, wenn Sie ihre Aufsichtspflicht grob fahrlässig verletzt haben. In allen anderen Fällen würde der Geschädigte auf einem Schaden sitzenbleiben, der durch das Kleinkind eines anderen verursacht wurde.
In einer guten Familien-Haftpflichtversicherung sind Schäden durch deliktunfähige Kinder mitversichert. Eltern sollten daher beim Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung auf diesen Leistungspunkt zu achten.

Sind geliehene Sachen mitversichert?

Grundsätzlich besteht für Schäden, die man als Versicherter an Sachen verursacht, die man sich z.B. von Freunden oder auch aus der Bibliothek geliehen hat, kein Versicherungsschutz. Allerdings bietet Haftpflichtversicherungen, die über den Basisschutz hinausgehen auch Versicherungsschutz für Schäden an geliehenen Sachen.

Was sind Vermögensschäden?

Reine Vermögensschäden sind Schäden die entstehen, ohne dass gleichzeitig ein Personen oder Sachschaden entsteht. Daher sind Vermögensschäden äusserst selten. Nicht gemeint sind hierbei nämlich z.B. Einkommensausfälle, die aufgrund eines Schadens entstehen, bei dem der Geschädigte derart verletzt wird, dass er arbeitsunfähig wird. So etwas wäre unter Personenschäden einzustufen.
Ein Beispiel für einen reinen Vermögensschaden ist folgendes:

Der Versicherte parkt in der Eile, da er einen wichtigen Termin hat, mit seinem Auto ein anderes Auto zu, so dass der Geschädigte nicht in der Lage ist auszuparken. Aufgrund dieser Tatsache verpasst der Geschädigte einen wichtigen geschäftlichen Termin, wodurch er einen direkten Vermögenschaden erleidet.

Der Nachweis solcher reinen Vermögensschäden ist in der Praxis alles andere als einfach, nichtsdestotrotz sind derartige Schäden in der Haftpflichtversicherung abgedeckt.

Für welche Schäden gilt Versicherungsschutz?

Es gilt Versicherungsschutz für Personen- Sach- und Vermögensschäden.

  • Personenschäden sind Schäden, bei denen das Leben oder die Gesundheit einer Person beschädigt werden, sowie daraus entstehende Folgeschäden, die auch das Vermögen des Geschädigten betreffen können.
  • Sachschäden sind Schäden, die das Eigentum, aber auch Tier von Geschädigten betreffen, egal ob es sich um mobile oder immobile Sachen handelt. Hierunter fallen natürlich auch Mietsachschäden, also Schäden, die z.B. an einer gemieteten Wohnungseinrichtung verursacht werden.
  • Vermögensschäden sind _reine Vermögensschäden, Schäden, die entstehen, ohne eine Folge vib Sach oder Personenschäden zu sein.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Verbraucherschützer raten dazu, dass für sämtliche Personen,- Sach,- und Vermögensschäden eine Versicherungssumme von mindestens 5. Millionen Euro besteht. Gute Privathaftpflichtversicherungen sichern 10. Millionen und mehr ab.
Einzelne seltene Beispiele, bei denen z.B. ein ganzer Zug entgleiste, weil jemand etwas auf die Bahnschienen geworfen hatte und viele Menschenleben forderte, dass ein Schaden durchaus in einen Bereich von 10. Millionen und mehr fallen kann.
Da die Absicherung von 10-15 Millionen nur weniger Euro im Jahr mehr kostet als für 3-5 Millionen, sollte, wer es sich leisten kann, lieber eine Haftpflichtversicherung mit hoher Deckungssumme gewählt werden.

Singles mit kleinerem Budget reicht sicher auch ein Tarif mit 3 Millionen, denn jede schlechte Haftpflichtversicherung ist besser als keine.

Insbesondere Personen, die vor vielen Jahren ihre private Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben, sollte die Versicherungssummen ihrer Police überprüfen, nicht selten haben Verträge, die seit Jahrzehnten bestehen und niemals gekündigt wurden deutlich zu niedrige Versicherungssummen.
Hier sollte dringend ein Wechsel erfolgen, zumal sich auch generell die Tarifbedingungen in den letzten Jahren gegeüber alten Policen deutlich verbessert haben und dabei sogar noch deutlich günstiger geworden sind.

Ist eine Selbstbeteiligung sinnvoll?

Eine Haftpflichtversicherung ist aus dem Grund besonders wichtig, da man für Schäden ohne Begrenzung nach oben haftet. Für kleinere Schäden, beispielsweise das Zerstören einer Vase für 50 Euro, benötigt man streng genommen gar keine Versicherung, da einen ein solcher Schaden nicht existentiell bedroht und man ihn aus eigener Tasche zahlen könnte.

Daher macht es durchaus Sinn bei seiner Haftpflichtversicherung einen Selbstbehalt von z.B. 150 Euro im Schadenfall zu vereinbaren. Dies senkt die Versicherungsprämie der Haftpflichtversicherung deutlich.

Das Vereinbaren einer Selbstbeteiligung macht vor allem dann Sinn, wenn man nur über geringe finanzielle Mittel verfügt und auf jeden Euro angewiesen ist.

Zudem ist es jedoch auch sinnvoll lieber einen Premiumtarif oder höhere Versicherungssummen plus Selbstbehalt zu vereinbaren als eine billige Haftpflichtversicherung mit sehr geringer Versicherungssumme, schlechteren Tarifbedingungen und dafür 0 Euro Selbstbehalt im Schadenfall.

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Daniel Steinberger

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